Hinterhand ist Alleinspieler und spielt Kreuz. Vorhand eröffnet das Spiel mit Herz-König, Mittelhand bedient mir Herz-8 und Hinterhand zieht die beiden Karten ein und spielt Herz-Ass aus. Daraufhin reklamieren die Gegenspieler einen Regelverstoß des Alleinspielers, da dieser die beiden Karten eingezogen und zum Folgestich ausgespielt hat.

Wie ist zu entscheiden?


Lösung







































Der unvollendete Stich wird noch einmal aufgedeckt und durch Hinterhand vervollständigt. Wenn Hinterhand Besitzer dieses Stiches wird, war sie berechtigt zum neuen Stich auszuspielen.

Nach ISkO 4.4.1 besteht ein Stich aus je einer Karte von Vorhand, Mittelhand und Hinterhand. Er ist vollendet, sobald die 3 Karte auf dem Tisch liegt.

Das Einziehen eines nicht kompletten Stiches und das Ausspielen zum nächsten Stich begründen nicht automatisch den Spielverlust für den voreilig Ausspielenden. Ein Regelverstoß liegt nur dann vor, wenn sich nach Vervollständigung der eingezogenen Karten zu einem kompletten Stich herausstellt, dass nicht der Ausspielende Besitzer dieses Stiches geworden ist. In diesem Fall wäre das Spiel wegen unberechtigtem Ausspielen zu Gunsten der anderen Partei beendet.

Im vorliegenden Fall muss der unvollendete Stich noch einmal aufgedeckt und die fehlende dritte Karte vom Alleinspieler beigelegt werden. Da der Alleinspieler den Stich mit Herz-Ass übernehmen kann, haben sich die Besitzverhältnisse des Stiches nicht geändert. Der vervollständigte Stich wird eingezogen und der Alleinspieler spielt zum nächsten Stich eine ihm beliebige Karte aus. Das Spiel ist fortzuführen und seinem Ausgang entsprechend zu werten. Das voreilige Ausspielen des Alleinspielers bleibt ohne Folgen, da ihm dadurch kein Vorteil und den Gegenspielern kein Nachteil entstanden ist.

 

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